Beckenbodentraining, Trauma und sensibles Spüren

Warum dein Beckenboden mehr Aufmerksamkeit verdient: Erfahre, wie Embodiment, Körperwahrnehmung und traumasensibles Spüren dir helfen können, wieder mehr in deinem Körper anzukommen.

Datum:

29.06.2026

Kategorien:

Von Sara Theile, Beckenbodentrainerin, Tanzpädagogin und Heilpraktikerin für Psychotherapie

KI-Info: Dieser Artikel wurde aus einem Transskript dieser Podcastfolge mithilfe von KI erstellt.

Wenn ich Beckenbodenkurse gebe, bin ich jedes Mal aufs Neue überrascht.

Nicht darüber, wie wichtig der Beckenboden ist. Das weiß ich natürlich. Sondern darüber, wie dankbar die Frauen sind, wenn sie anfangen, diesen Bereich ihres Körpers überhaupt wahrzunehmen.

Manchmal habe ich das Gefühl, ich betreibe noch richtige Aufklärungsarbeit.

Denn ganz ehrlich: Wir wissen oft erstaunlich wenig über einen Körperbereich, der uns unser ganzes Leben trägt.

Und genau deshalb möchte ich heute einmal über den Beckenboden sprechen. Nicht nur sportlich. Sondern auch aus der Sicht des Embodiments und der traumasensiblen Körperarbeit.

Denn ich glaube, dass dieser Bereich viel mehr Aufmerksamkeit verdient.

Wir wollen unseren Körper spüren – aber oft hören wir unterhalb des Bauchnabels auf

Viele Menschen sagen:

„Ich möchte wieder mehr in meinem Körper ankommen.“

„Ich möchte meine Gefühle besser wahrnehmen.“

„Ich möchte mich freier fühlen.“

Und dann passiert etwas Interessantes.

Wir spüren den Atem.

Wir spüren die Schultern.

Vielleicht noch den Brustkorb.

Aber irgendwo unterhalb des Bauchnabels wird es plötzlich still.

Kennst du das?

Dieser Bereich ist für viele von uns immer noch mit Scham verbunden.

Nicht unbedingt bewusst.

Aber irgendwie doch.

Der erste Aha-Moment: Du kannst etwas wissen – und trotzdem keinen Zugang dazu haben

Vielleicht denkst du jetzt:

„Aber ich kenne doch meinen Körper.“

„Ich weiß doch, wo mein Beckenboden ist.“

Das kann gut sein.

Mental wissen wir heute unglaublich viel.

Wir kennen die Anatomie.

Wir wissen, wie wichtig der Beckenboden nach einer Geburt ist.

Wir wissen vielleicht sogar, welche Muskeln dazugehören.

Und trotzdem bedeutet das noch lange nicht, dass wir ihn wirklich spüren.

Das merke ich immer wieder in meinen Kursen.

Wenn ich die Frauen bitte, ihren Beckenboden ganz bewusst wahrzunehmen, schauen mich manche erst einmal fragend an.

„Ich merke da gar nichts.“

Und genau das ist der Punkt.

Die Verbindung ist manchmal einfach verloren gegangen

Das bedeutet nicht, dass mit dir etwas nicht stimmt.

Es bedeutet oft nur, dass dein Gehirn diesen Bereich kaum noch wahrnimmt.

Denn unser Gehirn schenkt vor allem dem Aufmerksamkeit, was wir regelmäßig benutzen.

Wenn wir unseren Beckenboden nie bewusst ansteuern, wird die Verbindung mit der Zeit immer schwächer.

Die gute Nachricht:

Diese Verbindung lässt sich wieder aufbauen.

Ganz sanft.

Warum wir uns oft erst mit dem Beckenboden beschäftigen, wenn Probleme auftreten

Die meisten Frauen kommen erst mit dem Thema Beckenboden in Berührung, wenn Beschwerden entstehen.

Zum Beispiel:

  • nach einer Geburt
  • bei Inkontinenz
  • bei einer Senkung
  • bei Rückenschmerzen
  • oder wenn Schmerzen beim Sex auftreten

Eigentlich schade.

Denn der Beckenboden begleitet dich schon lange vorher.

Er trägt dich.

Er stabilisiert deinen Körper.

Er sorgt dafür, dass du dich sicher bewegen kannst.

Und trotzdem bekommt er oft erst Aufmerksamkeit, wenn er sich meldet.

Der Beckenboden ist erstaunlich leidensfähig

Das finde ich immer wieder faszinierend.

Der Beckenboden beschwert sich nicht sofort.

Er arbeitet still im Hintergrund.

Oft jahrelang.

Und irgendwann kommt der Punkt, an dem er sagt:

„Jetzt kann ich nicht mehr.“

Dann entstehen Beschwerden.

Nicht plötzlich.

Sondern meist nach einer langen Zeit.

Trauma bedeutet nicht immer das, was wir denken

Wenn ich über Trauma spreche, sagen viele sofort:

„Aber ich habe doch gar kein Trauma.“

Dabei denken wir häufig nur an große, dramatische Ereignisse.

Trauma kann aber auch bedeuten, dass etwas für dein Nervensystem einfach zu viel war.

Vielleicht eine belastende Kindheit.

Vielleicht eine Geburt.

Vielleicht die erste Zeit mit deinem Baby, in der du gleichzeitig heilen, funktionieren und rund um die Uhr für einen kleinen Menschen da sein solltest.

Viele Frauen sagen rückblickend:

„Ich habe das alles irgendwie geschafft.“

Ja.

Aber dein Körper erinnert sich manchmal trotzdem daran, wie überwältigend diese Zeit war.

Der zweite Aha-Moment: Der Körper vergisst nichts

Unser Körper speichert Erfahrungen.

Nicht, um uns zu ärgern.

Sondern um uns zu schützen.

Gerade der Beckenbereich ist ein sehr intimer Raum.

Hier geht es um Grenzen.

Um Vertrauen.

Um Loslassen.

Um Sexualität.

Um Geburt.

Um Weiblichkeit.

All das sind Themen, die emotional sehr tief gehen können.

Das bedeutet nicht, dass jede Beckenbodenschwäche traumatisch bedingt ist.

Aber ich finde, die emotionale Seite darf immer mit betrachtet werden.

Embodiment bedeutet nicht nur Bewegung

Viele denken bei Embodiment an Körperübungen.

Für mich bedeutet Embodiment etwas anderes.

Es bedeutet:

Wie bin ich eigentlich in meinem Körper zuhause?

Kann ich meinen Körper wirklich wahrnehmen?

Kann ich fühlen, wann ich anspanne?

Wann ich loslasse?

Wann ich mich schütze?

Und genau hier beginnt für mich die eigentliche Arbeit.

Nicht beim Training.

Sondern beim Spüren.

Du musst nichts erzwingen

Das ist mir besonders wichtig.

Viele Menschen haben Angst davor, dass beim Spüren plötzlich alte Gefühle hochkommen.

Meine Erfahrung ist eine andere.

Der Körper schützt uns.

Er zeigt immer nur so viel, wie wir gerade verarbeiten können.

Nicht alles auf einmal.

Sondern Schritt für Schritt.

Deshalb darfst du deinem Körper vertrauen.

Er hat sein eigenes Tempo.

Mein Wunsch für dich

Ich wünsche mir, dass der Beckenboden irgendwann genauso selbstverständlich wird wie Zähneputzen oder Rückentraining.

Dass Mädchen schon früh lernen, diesen Bereich wahrzunehmen.

Dass Frauen nicht erst bei Beschwerden anfangen, sich damit zu beschäftigen.

Und dass wir aufhören, diesen Teil unseres Körpers mit Scham zu verbinden.

Denn dein Beckenboden ist weit mehr als nur ein Muskel.

Er ist dein Körperzentrum.

Er trägt dich durchs Leben.

Und vielleicht beginnt genau dort auch ein neuer Zugang zu deinem Körpergefühl.

Wie du jetzt starten kannst

In meinem Tanzstudio in Marsberg biete ich regelmäßig Beckenbodenkurse an. Du bist in jedem Alter herzlich willkommen, egal ob nach der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren. Du hast vielleicht schon Beschwerden einer senkung oder Inkontinenz. Komm wieder in Verbindung mit deinem Beckenboden und lerne, was du selbst tun kannst, um trotz Beschwerden wieder durchzustarten.

Du möchtest lieber Online trainieren?

Dann empfehle ich den Beckenbodenclub.

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Die beiden Kursleiterinnen Jessi und Marina wissen wovon sie sprechen und geben die neben ganz viel wissen auch die besten und ganzheitlichsten Trainingspläne und Videos in jeder Länge und Intensität mit.

Alles Liebe, deine Sara

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